Wanderglück und Kinomagie
Wanderglück und Kinomagie
Die 60 Lesenden kennen nun nicht nur Wanderwege zwischen Hölstein und Sissach. Sie wissen auch Bescheid über die Freuden und Tücken des Filmemachens. Und sie haben einen neuen Streifen gesehen, der ihnen wohl sonst verborgen geblieben wäre. Doch von Anfang an: Nach der Premiere im vergangenen Jahr machten die Abo+-Wanderungen von CH Media am Freitag erneut Halt in der Region Basel. Für die Wanderung von Hölstein über Zunzgen nach Sissach hatte sich der Verein Wanderwege beider Basel mit dem Bildrausch Filmfest Basel zusammengetan. «Wir haben uns überlegt, zu expandieren», sagte Susanna Guggenberger, künstlerische Leiterin des Festivals, leicht verschmitzt bei der Begrüssung an der Station in Hölstein. Währenddessen hielt Wanderleiter Hanspeter Preiswerk von Wanderwege beider Basel ein Wanderweg- Schild in die Höhe, an dem ein schwarzes Huhn thronte. Es kündigte an, wohin der gemütliche Marsch führen wird. Während zehn Minuten der Umgebung lauschen Zuerst ging es für die Gruppe durch ein Wohngebiet und anschliessend auf einem engen und steilen Weg durch den Wald ins Gemeindegebiet von Zunzgen. «Beim Filmemachen ist das Zuhören essenziell», erklärte Guggenberger, die auch als Filmproduzentin tätig ist. Sie lud die Teilnehmerinnen und Teilnehmer deshalb ein, während der nächsten zehn Minuten der Wanderung nicht zu sprechen, sondern nur ihrer Umgebung zu lauschen. Auf die freiwillige Übung folgten zwei weitere. Da auch bei der Produktion von Filmen das Stellen von Fragen eine wichtige Rolle spielt, liess Susanna Guggenberger die Anwesenden eine Frage ziehen. Diese konnten sie einer Person stellen, die sie zuvor nicht kannten. Später schlossen sich jeweils zwei Wandernde zusammen, wobei eine Person mit geschlossenen Augen von der anderen geführt wurde. Guggenberger sagte: «Stellen Sie sich vor, dass Sie eine Kamera an einen speziellen Ort führen.» Nach der Mittagsrast bei der Waldhütte Zunzgen nahmen die Anwesenden bereits den Abstieg nach Sissach unter die Füsse. Kurz vor dem Bahnhof hievte Wanderleiter Hanspeter Preiswerk erneut das Huhn in die Höhe. Im Anschluss bestand nämlich die Möglichkeit, sich im Cinema Palace in Sissach den skurrilen Spielfilm «Hen – Lebensansichten eines Huhns» anzuschauen.
Text: Dimitri Hofer